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Dienstag, den 11. Dezember 2018

09.07.2012
Wärmedämmung – welche Möglichkeiten gibt es?
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Wärmedämmung bei ImmobilienUm den Bedarf an Wärmeenergie bei einer Immobilie entscheidend zu senken, stellt die Wärmedämmung der eigenen vier Wände den wichtigsten Faktor dar. Denn was nützt beispielsweise eine effiziente Heizung, wenn ein Großteil der Wärme ungenutzt nach außen weicht. Welche Optionen man bei diesem Thema als Hausbesitzer hat und wo der Staat bei der Umsetzung der Baumaßnahmen mit finanzieller Unterstützung hilft, lesen Sie im folgenden Ratgeber-Text.
 
Die vielfältigen Arten der Wärmedämmung
 
Eine Wärmedämmung an einem Haus kann sehr unterschiedlich vorgenommen werden. So verschieden eine Immobilie auch ausfällt, bestimmte grundsätzliche Baumaßnahmen bieten sich bei fast jeder Art von Immobilie an, unterscheiden kann man dabei die Maßnahmen zur Wärmedämmung für die vier folgenden Bereiche eines Gebäudes:
 
Wände: zum Beispiel Anbringen von Wärmedämmplatten an den Außenwänden
 
Dach: unter anderem Erneuerung des Dachstuhls oder eine bessere Abdichtung des Dachs
 
Keller: möglich sind hierbei beispielsweise die Dämmung der Kellerdecke oder Maßnahmen zur Wärmebrückenreduktion
 
Fenster: Wärmedämmung in diesem Bereich kann beispielhaft durch den Einbau neuer Fenster oder aber auch durch die Dämmung von Rollladenkästen erfolgen
 
Was bringt die Wärmedämmung?
 
Um die eigenen Heizkosten zu senken und den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern, ist die Wärmedämmung eine optimale Wahl. Als Hausbesitzer kann man angesichts der steigenden Energiekosten, beispielsweise für Erdgas oder Erdöl, deren Preise sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt haben, die Kosten für die Wärmegewinnung deutlich senken. 
 
 
Denn im Durchschnitt machen die Heizkosten drei Viertel des Energiebedarfs einer Immobilie aus. Warmwasser fällt hierbei nur mit rund 15 Prozent und Strom mit etwa 10 Prozent ins Gewicht. Bei einem Haus, das keine Wärmedämmung besitzt, entweichen aber wiederum rund zwei Drittel der Wärme ohne Nutzen nach außen. Mittels einer Dämmung lässt sich dieser Verlust an Energie um bis zu ebenfalls rund zwei Drittel verringern. Man sieht, die Kosten, die eine Wärmedämmung verursacht, lassen sich vor dem Hintergrund weiterhin steigender Energiekosten, in der Regel relativ schnell wieder amortisieren.
 
Weitere Vorteile einer Wärmedämmung
 
Die Wärmedämmung einer Immobilie ist aber nicht nur aus ökologischer Sichtweise sinnvoll und weil man dadurch erhebliche Kosten bei der Wärmeerzeugung erzielen kann, sondern aus mindestens zwei weiteren wichtigen Gründen. So stellt die Wärmedämmung auch eine sehr gute Maßnahme dar, um den Wert einer Immobilie zu erhalten. Schon heute sind Immobilien, die nur eine unzureichende Dämmung aufweisen auf dem Markt schwerer und nur mit finanziellen Abstrichen zu vermitteln. Da die Energiekosten in der Zukunft sicherlich nicht geringer ausfallen werden, wird die Wärmedämmung beim Werterhalt einer Immobilie auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
 
Der zweite und nicht weniger positive Zusatzeffekt einer Wärmedämmung ist gesundheitlicher Natur. Denn durch die Wärmedämmung wird in vielen Gebäuden der Bildung von Schimmel durch Nässe vorgebeugt. Ein gesundheitliches Risiko, dass bei einer optimal gedämmten Immobilie nur sehr selten auftritt. Mögliche gesundheitliche Gefahren wie Atemwegserkrankungen oder Allergien lassen sich durch die Wärmedämmung gut vermeiden. Der Grund hierfür ist vor allem, dass die Dämmung für warme Wandflächen sorgt, wodurch einer Feuchtigkeitsbildung entgegengewirkt wird. Bei ungedämmten Wänden kann sich stattdessen der Wasserdampf der Raumluft an kalten Stellen absetzen, weshalb sich leichter eine Schimmelbildung ergibt.
 
Welche Arten von Dämmstoffen gibt es?
 
Die Wärmedämmung kann heutzutage mit sehr unterschiedlichen Materialien vorgenommen werden. Am häufigsten kommen aber mineralische Dämmstoffe und Dämmmaterialien aus Kunststoff zum Einsatz. Daneben wächst aber auch das Angebot für ökologische nachwachsende Dämmstoffe, die beispielsweise aus Hanf oder Zellulose hergestellt werden. Bei den Formen der Wärmedämmung werden Dämmplatten an den Wänden oder im Berech der Dachdämmung verwendet. Auch die Dämmung von Kellerdecken erfolgt in der Regel durch Dämmplatten.
 
Wenn es sich um Flächen handelt, die weniger einfach gestaltet sind, beispielsweise Eckkonstruktionen an einem Dachstuhl, ist es ratsam, zu flexiblen Dämmformen zu greifen. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem biegsame Matten, lose Dämmstoffe zur Einblasdämmung oder auch Wärmedämmkeile, die eckige Übergänge bei einer Wärmedämmung verhindern. Ratsam sind vor allem Dämmkeile, die eine hohe Alkalität besitzen, da man so der Schimmelbildung in den jeweiligen Ecken am besten vorbeugt.
 
Die Kosten für die Wärmestoffe hängen nicht nur vom jeweiligen Material ab, sondern auch von der Dicke. Bei der Auswahl der Dämmstoffe sollte man vor allem auf die folgenden Kriterien achten:
 
  • Wärmeleitfähigkeit 
  • Wasseraufnahme 
  • Brennbarkeit 
  • Schallschutzeigenschaften
  • Resistenz gegen Schädlinge
 
Förderung der Wärmedämmung
 
Fördermöglichkeiten im Zusammenhang mit einer Wärmedämmung lassen sich auf Bundes- und Landesebene entdecken und oftmals unterstützen auch Kommunen solche Maßnahmen zu einer besseren Energieeffizienz. Die bekanntesten Förder-Programme werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) betrieben. Hierbei kann man zwei Arten der Förderung unterscheiden:
 
1. Förderung zur Komplettsanierung
 
Entscheidet man sich für eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus greift das Förderprogramm 151 „Energieeffizient Sanieren“. Dieses fördert unter anderem die Erneuerung von Fenstern oder Türen sowie Maßnahmen zur Wärmedämmung an Außenwänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken. Dabei gelten die folgenden Förderrichtlinien:
 
• bis zu 75 000 Euro als Darlehenssumme pro Wohneinheit
 
• Darlehen ab 1 Prozent (effektiver Jahreszins)
 
• Tilgungszuschuss von bis 9375 Euro (abhängig vom jeweilig angestrebten KfW-Effizienzhaus-Standard)
 
2. Förderung für Einzelmaßnahmen
 
Seit gut einem Jahr vergibt die KfW auch eine Förderung, die man bei baulichen Einzelmaßnahmen im Zusammenhang mit einer verbesserten Energiebilanz nutzen kann. Dabei werden beispielsweise bauliche Maßnahmen einer Wärmedämmung an Wänden, Dächern oder Geschossdecken gefördert. Auch eine Erneuerung der Fenster an einer Immobilie wird finanziell unterstützt. Die Einzelmaßnahmen werden in zwei Programmen gefördert, so gibt es mit der Nummer 152 eine Kreditvariante und mit der Nummer 430 eine Zuschussoption.
 
Die Höhe des Zuschusses ist von der Energieeffizienz des Wohnraums abhängig. Zudem werden auch Einzelmaßnahmen gefördert, ohne dass dabei eine bestimmte KfW-Effizienzhausklasse als Vergleich herangezogen wird. Wichtig ist aber, dass solche Maßnahmen die technischen Mindestanforderungen erfüllen. Liegt diese Beurteilung durch die KfW vor, kann man eine Förderung von bis 7,5% der förderfähigen Kosten und eine Summe von bis zu 3 750 Euro pro Wohneinheit erhalten.
 
Energieberater als Hilfestellung nutzen
 
Bevor man sich für bestimmte Maßnahmen zur Wärmedämmung entscheidet, sollte man die Möglichkeiten von einem Fachmann prüfen lassen. Da jedes Haus unterschiedliche Merkmale aufweist, lässt sich durch den Energieberater schnell abklären, welche Optionen man im speziellen Fall hat. Zudem kann ein Energieberater dabei helfen, dass man bestimmte Schwachstellen an der eigenen Immobilie genau erkennt und wo eine Wärmedämmung somit besonders sinnvoll ist. Auch die eventuellen Kosten einzelner Maßnahmen kann der Energieberater aufzeigen. Bei der Suche nach einem Energieberater kann man sich beispielsweise an die örtlichen Verbraucherzentralen wenden.
 
Eine finanzielle Unterstützung für die Beauftragung eines Energieberaters erhält man wiederum beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Förderung sieht dabei einen Zuschuss vor, der 400 Euro bei einem Ein- und Zweifamilienhaus und 500 Euro für Wohngebäude, die mindestens drei Wohnungen beherbergen, beträgt. Wenn die Beratung auch Empfehlungen zur Einsparung beim Stromverbrauch enthält, wird zudem ein Bonus von 50 Euro ausgezahlt. Grundsätzlich ist der Zuschuss aber auf maximal 50 Prozent der Brutto-Beratungskosten beschränkt.
 
Fazit
 
Eine effiziente Wärmedämmung ist heutzutage absolut ratsam. Nur so kann man sich vor dem Anstieg der Energiekosten effizient schützen. Zudem stellt die Wärmedämmung ein geeignetes Instrument dar, um den Werterhalt der eigenen Immobilie zu garantieren. Denn eventuelle Käufer schauen heutzutage genau auf die Energiebilanz eines Gebäudes. Spätestens seit der Einführung des Energieausweises für Immobilien, lassen sich diese Daten auch schwarz auf weiß nachlesen. Um die Kosten für die Wärmedämmung zu verringern, sollte man sich immer nach Fördermöglichkeiten umschauen. Sowohl der Bund als auch die Länder haben in diesem Bereich verschiedene Programme aufgelegt. Angesichts der ausgerufenen Energiewende in Deutschland kann man zudem davon ausgehen, dass Kürzungen für die Programme in der näheren Zukunft von Seiten der Politik nicht zu erwarten sind.

Bild Wärmedämmung © Udo Bojahr - Fotolia.com


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