Immobilienfinanzierung Zinsen
Eine der wichtigsten Kenngrößen einer Immobilienfinanzierung sind die Zinsen, denn sie sind maßgeblich für die Höhe der Kreditrate und somit auch für die Höhe der Gesamtkosten, die aus der Finanzierung entstehen, verantwortlich. Günstige Konditionen sind daher oftmals der einzige Grund für einen Abschluss.Wonach richten sich die Zinsen?
LeitzinsDie Zinsen richten sich in erster Linie nach dem Leitzins der Europäischen Zentralbank. Hebt diese den Leitzins an, müssen die Banken auch die Zinsen anheben, denn sie können selbst Geld nur noch teuer ausleihen. Im Gegensatz hierzu sinken natürlich die Zinsen, wenn die Zentralbank ihren Leitzins, etwa in Folge einer Rezession, senkt. Die Senkung sowie die Anhebung der Bankkonditionen erfolgt in der Regel aber nicht sofort nach der Bekanntgabe der Leitzinsänderung, sondern wird erst verzögert an die Kunden weitergegeben. Hierbei sind einige Banken schneller als andere, die Konditionen sollten daher unbedingt verglichen werden.
Darlehenshöhe und Laufzeit
Weiterhin nehmen Darlehenshöhe sowie Laufzeit Einfluss auf die Zinsen. Einige Banken vergeben Darlehen für Immobilienfinanzierung erst ab einer bestimmten Mindestsumme, die meist zwischen 25.000 – 50.000 Euro liegt. Da der Aufwand für kleinere Darlehen ebenso hoch ist, der Verdienst jedoch aufgrund der geringen Darlehenssumme nur gering ist, werden oftmals Aufschläge auf den Zins berechnet.
Beleihungswert
Bei der Immobilienfinanzierung ist aber auch der Beleihungswert des Hauses wichtig, um die endgültigen Zinsen zu berechnen. Darlehen beispielsweise, deren Höhe maximal 60% des Beleihungswertes betragen, werden als erstrangige Darlehen bezeichnet. Hier gehen die Banken davon aus, dass die Darlehensrestschuld auch bei einer Versteigerung erzielt werden kann. Die Zinsen sind somit die geringsten. Weiterhin findet man oft die Kondition für die 80%ige Beleihungsgrenze. Hier sind demnach Darlehen gemeint, die bis maximal 80% des Objektwertes vergeben werden. Sie werden oftmals mit kleinen Aufschlägen versehen, denn das Risiko für die Bank steigt. Noch vor einiger Zeit haben Kreditinstitute keine weiteren Darlehen als bis zu 80%-Grenze vergeben. Seit die Eigenkapitaldecke der Bauherren jedoch geringer wird, werden nun auch Darlehen bis zu 100% oder gar 120% des Beleihungswertes vergeben, allerdings mit entsprechenden Aufschlägen.
Bonität
Seit 2007, seit Einführung der neuen Eigenkapitalrichtlinien Basel II, ist der Darlehenszins aber auch maßgeblich von der Bonität, also von der Kreditwürdigkeit des Kunden, abhängig. Je besser diese ist, desto geringer ist das Risiko für die Bank, dass das Darlehen ausfällt. Somit werden für diese Kunden geringere Zinsen berechnet als für Kunden mit mittlerer oder gar schlechter Bonität.
Anders als bei Ratenkrediten ist es für Kreditnehmer also nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar, welcher Zins für ihn individuell berechnet wird. Erst nach Einreichung aller darlehensrelevanten Unterlagen kann die Bank nun eine Entscheidung treffen und die Zinsen bekannt geben.


