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Dienstag, den 02. September 2014

Rentenkauf

Modell der Altersvorsorge

Eine besondere Form der Immobilienfinanzierung, die in Deutschland noch eher in den Kinderschuhen steckt, ist der Rentenkauf. Hierbei verkauft man im Alter seine Immobilie, kann aber beispielsweise vereinbaren, dass man ein lebenslanges Mietrecht behält. Stattdessen zahlt der Käufer eine monatliche Rate zur Tilgung des Kaufpreises. Der Rentenkauf wird auch oftmals unter dem englischen Begriff „Reverse Mortgage“ beschrieben und angeboten.

Hintergrund beim Rentenkauf

Der Ansatz hinter dem Rentenkauf ist, dass viele Menschen im Alter zwar eine Immobilie wie ein eigenes Haus besitzen, aber die finanziellen Verhältnisse ansonsten begrenzt sind. Da die gesetzliche Rentenversicherung ein immer geringeres Niveau anbietet und sich dies in Zukunft aufgrund der demografischen Entwicklung sehr wahrscheinlich noch verschlechtern wird, ist der Rentenkauf für ältere Immobilienbesitzer eine interessante Variante der Altersversorgung und der besseren Alterssicherung. Neben der gesetzlichen oder auch privaten Rente erhält man durch die monatlichen Zahlungen beim Rentenkauf ein weiteres finanzielles Standbein. Zudem kann man durch das Wohnrecht in der eigenen und vertrauten Umgebung verbleiben.

Wie funktioniert der Rentenkauf?

Als Käufer erwirbt man das Recht, dass nach dem Ableben des Eigentümers, die Immobilie vollständig übertragen wird und selbst genutzt werden kann. Hierbei gilt es zu beachten, dass mitunter auch vereinbart wird, dass nicht nur der Tod des Eigentümers relevant ist, sondern sich das Wohnrecht auch auf den jeweiligen Ehepartner beziehen kann. Sollte der Eigentümer die Immobilie aus gesundheitlichen Gründen die Immobilie nicht mehr selbst bewohnen können und in ein Pflegeheim umziehen, sind die monatlichen Raten trotzdem zu entrichten. Neben dieser Form des Rentenkaufs gibt es aber auch die Option des Kaufs mit einem begrenzten Wohnrecht, bei der man eine zeitliche befristete Zahlung vereinbart, die unabhängig vom eventuellen Todesfall des Alteigentümers konzipiert ist.

Vorteile für den Käufer beim Rentenkauf

Wer mittels des Rentenkaufs eine Immobilie erwirbt, kann durch die monatlichen Raten den Kauf in der Regel ohne einen Kredit stemmen. Zwar gibt es auch Modelle, die eine zusätzliche Einmalzahlung vorsehen, doch die Höhe solcher Beträge ist vergleichsweise gering und umfasst in der Regel einen gewissen Prozentsatz des aktuellen Verkehrswertes. Wer sich also ungern verschuldet und den Kauf auch ohne die Beteiligung einer Bank durchführen will, findet mit der Variante Rentenkauf eine passende Option auf dem Markt für Immobilienfinanzierungen vor.

Berechnung der monatlichen Raten beim Rentenkauf

In der Regel werden zum Punkt der Ratenhöhe die Sterbetafeln des statistischen Bundesamtes herangezogen. Anhand dieser Werte, die die durchschnittliche Lebenswartung beschreiben, wird die Höhe der Raten festgelegt. Außerdem vereinbart man oftmals auch einen Inflationsausgleich, der zur Anpassung der Raten an die aktuellen Lebenshaltungskosten führt. In der Praxis ist auch üblich, dass man eine Mindestlaufzeit vereinbart, damit die Immobilie bei einem unerwartet früheren Ableben des Besitzers nicht zu stark unter Wert verkauft wird.

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