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Freitag, den 25. April 2014

Forward-Darlehen aus der Vergangenheit sorgen für hohe Zusatzkosten

17.02.2012 - Forward-Darlehen aus der Vergangenheit sorgen für hohe Zusatzkosten

Mit einem Forward Darlehen ist es bekanntlich möglich, sich bis zu 60 Monate lang die aktuellen Zinsen für die Zukunft zu sichern. Wer also in der nächsten Zeit eine Baufinanzierung angehen möchte, aber das heutige Zinsniveau sicher nutzen will, kann dies mit einem Forward Darlehen erreichen. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ ist es jedoch auch möglich, dass man auf diesem Weg hohe Zusatzkosten tragen muss. So hätten in den vergangenen Jahren zahlreiche Hausbesitzer auf entsprechende Forward Darlehen gesetzt, weil sie mit steigenden Zinsen rechneten. Das Zinsniveau ging jedoch weiter deutlich zurück, so dass sich einer Analyse der FMH-Finanzberatung zufolge die Mehrkosten durchschnittlich in einem Korridor zwischen 4.490 und 19.663 Euro bewegen, wird berichtet.
Sinkende Bauzinsen überraschten die Finanzwelt
Die zum Teil starken Zinssenkungen haben jedoch nicht nur die Hausbesitzer, sondern auch die Finanzexperten überrascht. Durch die Schuldenkrise in der EU sanken die für die Bauzinsen wichtigen Renditen deutscher Bundesanleihen von 3,5% Anfang 2011 bis auf das aktuelle Niveau von 2,0%. Im März 2011 zeigte eine Umfrage unter Finanzexperten, dass die Hälfte der Befragten mit steigenden Immobilienzinsen rechnete. Seitdem sind die Zinsen für Baukredite mit 10jähriger Zinsbindung nach Aussage von Finanzfachmann Klaus Fleischer von der Hochschule München jedoch um 1,3 Prozentpunkte gefallen.
Forward Darlehen müssen abgenommen werden
Wer vor einigen Jahren ein heute fälliges Forward Darlehen abgeschlossen hat, muss dieses heute auch in Anspruch nehmen. Eine Kündigung ist nämlich nur dann möglich, wenn die Bank dies genehmigt. Dazu kommt, dass die Vorfälligkeitsentschädigung entsprechend hoch ausfällt und die Kosten in die Höhe treibt. Potenzielle Hausbesitzer, die hingegen heute ein Forward Darlehen aufnehmen möchten, haben laut dem Artikel des „Handelsblatts“ die Möglichkeit, bei einer Beleihung von 50%, 2 Jahren Bereitstellung und 10 Jahren Zinsbindungsfrist Zinskonditionen von durchschnittlich 3,16% p.a. inklusive Forward-Zuschlag zu nutzen. Ob das Zinsniveau sich noch länger auf diesem Level halten wird, hängt nämlich ganz von der Entwicklung der Schuldenkrise ab. Sollte sich das Ganze beruhigen, könnten die Renditen für Bundesanleihen aufgrund niedrigerer Nachfrage wieder steigen. Dies hätte dann auch einen entsprechenden Einfluss auf die Bauzinsen und würde für Konditionsverschlechterungen sorgen.

Bild © pics - Fotolia.com

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