Sie sind hier: immobilienfinanzierung.com > Startseite > Konstant-Darlehen
Dienstag, den 23. Dezember 2014

Konstantdarlehen

Fester Zinssatz für gesamte Kreditlaufzeit

Die Bezeichnung Konstantdarlehen ist eigentlich etwas irreführend, da dieses Darlehen vielmehr aus zwei Kreditarten gebildet wird. Zum einen umfasst es ein Vorausdarlehen und zum anderen einen Bausparvertrag mit Bauspardarlehen. Der Name Konstantdarlehen hat wiederum den Hintergrund, dass der Zinssatz über die gesamte Laufzeit des Darlehens unverändert bleibt. Angesprochen werden sollen mit dieser Kreditart vor allem Kunden, die Wert auf eine absolut genaue Kalkulation der zukünftigen Darlehenskosten legen. Die Vorzüge und Nachteile dieser besonderen Form der Immobilienfinanzierung haben wir im folgenden Text für Sie kurz und prägnant zusammengestellt.
 
Wie funktioniert das Konstantdarlehen?
 
Damit die Kreditrate über die gesamte Laufzeit des Darlehens konstant bleibt, wird in einem ersten Schritt ein Vorausdarlehen aufgenommen. Dieser Kredit beinhaltet keine Tilgung. Benötigt man beispielsweise einen Betrag von 200 000 Euro für eine Immobilienfinanzierung, erhält man diesen Betrag und eine vereinbarte Summe hinzu, beispielsweise 50 000 Euro, die in einen Bausparvertrag investiert werden.
 
Der Bausparvertrag besitzt dabei die gleiche Höhe wie das Vorausdarlehen. Das Konstantdarlehen in diesem Beispiel hätte somit einen Umfang von 250 000 Euro. An finanziellen Kosten sind an dieser Stelle der Immobilienfinanzierung somit zusammengenommen die Raten für die Zinsen des Vorausdarlehens und die Sparbeiträge für den Bausparvertrag zu entrichten.
 
Kommt es nun zur Zuteilung des Bauspardarlehens, wird mit dieser Summe das Vorausdarlehen teilweise abgelöst und der verbleibende Restkredit als Bauspardarlehen weitergeführt. Die Rate für das Konstantdarlehen setzt sich ab diesem Moment nur noch aus der Bedienung des Bauspardarlehens zusammen, konkret aus der Tilgung und den Zinsen des Bauspardarlehens. Die Höhe der Rate bleibt aber wie beschrieben konstant gleich hoch. In der Praxis lassen sich bei der Laufzeit für ein Konstantdarlehen verschiedene Varianten nutzen. Die Spannbreite umfasst Angebote für eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren. 
 
Vorteile des Konstantdarlehens
 
Durch die Nutzung eines Konstantdarlehens ist man unabhängig von den Zinsentwicklungen in der Zukunft. Dies kann aber auch gleichzeitig ein Nachteil sein, wenn sich das allgemeine Zinsniveau verglichen mit den Zinsen, die man bei Abschluss des Konstantdarlehens vereinbart hat, verringert. Weitere Pluspunkte des Konstantdarlehens sind:
 
  • Möglichkeit für unbegrenzte Sondertilgungen nach Zuteilung des Bausparvertrages
 
  • Anrecht auf staatliche Förderung durch den Bausparvertrag, beispielsweise in Form der Wohnungsbauprämie oder der Arbeitnehmersparzulage 
 
  • Konstantdarlehen werden auch für kleinere Kreditbeträge ab einer Höhe von 25 000 Euro vergeben
 
Nachteile des Konstantdarlehens
 
  • höherer Zinssatz im Vergleich zu Krediten mit kürzeren Laufzeiten
 
  • Aufnahme einer höheren Kreditsumme als eigentlich für die Immobilienfinanzierung notwendig wäre
 
  • bei Verzögerung der Zuteilung des Bausparvertrages können teure Zwischenfinanzierungen notwendig werden
 
  • Bearbeitungsgebühren für Bausparvertrag (ca. 1% bis 1,6 %)
 
Fazit
 
Ein Konstantdarlehen lohnt sich vor allem, wenn man als Kunde eine uneingeschränkte Sicherheit über die Zinsen des Kredits wünscht. Auch für junge Familien, die nur mit einer geringen Monatsrate in eine eigene Immobilie investieren möchten, eignet sich das Konstantdarlehen. Daneben birgt das Konstantdarlehen aber auch Nachteile, da hierfür im Vergleich zu Darlehen mit kürzeren Laufzeiten meist höhere Zinsen veranschlagt werden. Den Wunsch nach genauer Kalkulierbarkeit der Kreditkosten lassen sich die Anbieter somit gut bezahlen.
 
Außerdem sind flexible Sondertilgungen heutzutage auch bei anderen Kreditarten möglich. Für das Konstantdarlehen spricht aber noch die Möglichkeit, staatliche Fördermittel zu erhalten. Ob sich diese Ersparnis durch die höheren Zinskosten rechnet, muss man im Einzelfall genau unter die Lupe nehmen. Wichtig ist abschließend noch, dass man nur Konstantdarlehen nutzt, die eine möglichst lange bereitstellungszinsfreie Zeit beinhalten, damit das Risiko der Zahlung solcher Zinsen verringert wird.
Bild © Kzenon - Fotolia.com

Anzeigen