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Montag, den 21. April 2014

Fremdwährungsdarlehen

Zinssparmodell mit hohen Risiken

Für die Immobilienfinanzierung
kann man auch auf die Variante des Fremdwährungsdarlehens zurückgreifen. Wie der Name schon verrät, nimmt man in diesem Fall die Verschuldung in einer ausländischen Währung auf, beispielsweise in Schweizer Franken. Ein möglicher Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass zum Moment der Kreditaufnahme das Zinsniveau in dem betreffenden Land verglichen mit der heimischen Zinslage niedriger ausfällt. Allerdings geht man für diesen eventuellen Vorteil auch sehr hohe Risiken ein, die im folgenden Artikel beschrieben werden.
 
Variable Verzinsung beachten
 
Fremdwährungsdarlehen werden in der Regel mit einer variablen Verzinsung angeboten. Dies bedeutet, dass ein zu Beginn vorhandener Zinsvorteil eventuell wieder verloren geht, da die Zinsen in bestimmten Abständen, in der Regel alle drei Monate, angepasst werden. Steigen die Zinsen in dem jeweiligen Land, dann steigt auch der Zinssatz, den man für das Fremdwährungsdarlehen zu entrichten hat.
 
Oftmals wird der variable Zinssatz hierfür an die Entwicklung des Leitzinses der entsprechenden Nationalbank gekoppelt. Speziell auf längere Sicht ist die Entwicklung des Zinssatzes aber nur schwer vorauszusagen, da zahlreiche wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle bei der Zinspolitik spielen. In wirtschaftlich schlechten Zeiten greifen die Zentralbanken in der Regel zu dem Mittel der Zinssenkung, um die Aufnahme von Krediten für Unternehmen zu erleichtern und dadurch die Wirtschaft anzukurbeln.
 
In bestimmten Situationen wird der Zinssatz aber auch nach oben gesetzt, beispielsweise immer dann, wenn die Inflationsrate in den Augen der Zentralbank zu stark ansteigt. Man sieht leicht, dass die Zinsentwicklung sehr unsicher ist und sich ein anfänglich lukratives Fremdwährungsdarlehen schnell zur Kostenfalle entwickeln kann.
 
Wechselkurs als weitere Chance und Risiko
 
Ein anderer Unsicherheitsfaktor bei einem Fremdwährungsdarlehen ist der Wechselkurs. Auch hier kann sich rasch eine starke finanzielle Belastung für den Kreditnehmer einstellen. Steigt die ausländische Währung im Vergleich zum Euro, führt dies unweigerlich zu einer Verteuerung des Darlehens. Sinkt wiederum die fremde Währung im Wechselkurs zum Euro, sind aber auch geringere Kosten möglich.
 
Nimmt man das Beispiel Schweizer Franken wird der Zusammenhang mit dem Wechselkurs schnell klar. Denn die Schweizer Währung befindet sich schon seit längerem auf einem Höhenflug im Vergleich zum Euro. Viele Kreditnehmer, die in der Vergangenheit ein Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken aufgenommen haben, müssen deshalb auch wesentlich höhere Kosten bei der Tilgung tragen.
 
Eine Belastung, die meistens erst am Ende des Darlehens ersichtlich wird, da Fremdwährungsdarlehen oftmals als endfällige Tilgungsdarlehen vergeben werden. Hierbei zahlt man während der Laufzeit nur die Kreditzinsen und bedient erst am Ende die eigentliche Kreditsumme auf einen Schlag.
 
Absicherung mit Sparprodukten ist nicht garantiert
 
Wie im letzten Abschnitt erwähnt, wird ein Fremdwährungsdarlehen in der Regel als endfälliges Darlehen abgeschlossen. Um die Bedienung am Ende der Laufzeit zu gewährleisten, wird deshalb sehr häufig gleichzeitig ein Ansparprodukt abgeschlossen, beispielsweise eine Lebensversicherung oder ein Wertpapierdepot.
 
In letzteres investiert man dann regelmäßig durch den Kauf von Fondsanteilen oder Aktien. Aber auch hier ist immer ein Risiko mit zu beachten. Speziell bei Wertpapieren wie Fondsanteilen oder Aktien kann es passieren, dass deren Wert zum Zeitpunkt der Kreditbedienung weniger hoch ausfällt, als ursprünglich erwartet.
 
Fremdwährungsdarlehen mit Währungs- und Zinsabsicherung
 
Um wiederum das Risiko steigender Fremdwährungen zu begrenzen, kann man Fremdwährungsdarlehen nutzen, die eine Währungsabsicherung besitzen. Allerdings verteuern diese das Fremdwährungsdarlehen und verringern die Chance auf eine erhoffte Kostenersparnis.
 
Auch Modelle mit einer Zinsabsicherung gegen steigende Zinsen sind erhältlich. Doch dieser Schutz muss ebenfalls zusätzlich bezahlt werden. Zudem bergen die angebotenen Zinsabsicherungen den Nachteil, dass man zwar vor steigenden Zinsen geschützt ist, aber gleichzeitig nicht mehr von eventuell sinkenden Zinssätzen profitiert. Ein Beispiel für Produkte mit Zinsabsicherungen sind Fremdwährungsdarlehen mit einem so genannten Zinsswap.
 
Fazit
 
Ein Fremdwährungsdarlehen kann sich durchaus lohnen, aber dafür muss der Zinssatz unter dem aktuellen Zinsniveau in Deutschland liegen. Zudem dürfen der Wechselkurs im Vergleich zum Euro und der jeweilige Leitzins der Währung nicht ansteigen. Zwei Bedingungen, die in der Regel nur schwer vorauszusagen sind. Aus diesem Grund ist ein Fremdwährungsdarlehen immer sehr risikovoll. Speziell in Zeiten, in denen auf dem heimischen Markt ein vergleichsweise niedriges Zinsniveau herrscht, spricht wenig dafür, das erhöhte Risiko eines Fremdwährungsdarlehens einzugehen.
Bild © Schlierner - Fotolia.com

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